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Pointierter Schlusspunkt von Bundesrat Schneider Ammann.

Am Freitag ist in Neuenburg der Tag der Werbung 2013 über die Bühne gegangen. Den Schlusspunkt der Tagung zum Thema “Werbung im Dienst der Gesellschaft: Information oder Verführung?” setzte Bundesrat Johann Schneider-Ammann gut gelaunt mit einer pointierten Ansprache, wie es in einer Mitteilung des Verbandes heisst.

“Werbung ist nie nur Information, denn Werbung setzt ganz bewusst auch Emotionen ein. In Anlehnung an den sozialkritischen amerikanischen Publizisten Vance Packard könnte man auch sagen: Werbung ist die Kunst, aufs Herz zu zielen und die Brieftasche zu treffen”, so das Regierungsmitglied. Zuvor hatten sich unterschiedliche Referenten wie die Politikphilosophin Dr. Katja Gentinetta, die frisch gewählte Präsidentin des Konsumentenforums kf, Babette Sigg, sowie Rolf Helfenstein, Managing Director der Kreativagentur Jung von Matt/Limmat vor einem illustren Publikum aus Wirtschaft, Medien und Werbung dem Thema von verschiedener Seite genähert.
Auf dem Podium diskutierte Babette Sigg mit Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach, Präsidentin der Schweizerischen Lauterkeitskommission, Michael Kamm, CEO der Werbeagentur Trio, sowie SW-Vorstandsmitglied Christian Merk, Head of Governance & Reporting der Zürich Insurance Company.
Wie zu erwarten war, gab es am Ende des Tages keine eindeutige Antwort auf die Frage, welchen Dienst denn die Werbung für die Gesellschaft wirklich zu leisten vermag. SW-Präsident Filippo Lombardi zog jedoch insgesamt ein positives Fazit: “Erstmals haben wir an unserem Tag der Werbung auf den gesell­schaftlichen Wert der Werbung fokussiert. Ich glaube, dass es für unsere Mitglieder wertvoll war, wieder einmal zu reflektieren, welche Bedürfnisse die Konsumenten effektiv haben. Wir dürfen den Bogen sicher nicht überspannen, haben jedoch das legitime Recht und die Pflicht, die Gesellschaft über Produkte und Dienst­leistungen zu informieren – klar, dass dazu immer auch ein wenig Verführung gehört.”21’178 Arbeitsplätze – CHF 5,7 Milliarden Umsatz
Dass die Werbung zumindest volkswirtschaftlich ein ernstzunehmender Faktor ist, belegt Professor Giusep­pe Pini von der Universität Genf mit seiner Studie “Die wirtschaftliche Bedeutung der Werbung in der Schweiz”, die er im Auftrag von SW Schweizer Werbung durchgeführt und am Tag der Werbung präsentiert hat. Sie bestätigt die bereits früher gemachten Aussagen: Die Werbebranche erzielt jährlich einen Umsatz von rund CHF 5,7 Milliarden und sichert damit mehr als 21’000 Arbeitsplätze in der Schweiz.
Zu wenig Werbeauftraggeber als Verbandsmitglieder
Der grosse Einsatz gegen Werbeverbote und die aufwendige Anpassung aller Kommunikations- und Infor­mationsmittel an den neuen visuellen Auftritt hat laut Mitteilung in der Kasse von SW Schweizer Werbung ein Loch hinter­lassen. Nach einem Gewinn von knapp CHF 17’000.– im vergangenen Geschäftsjahr, resultierte 2012 ein Verlust von mehr als CHF 50’000.–.
Für den Dachverband der kommerziellen Kommunikation bedeutet das, in diesem Jahr den Gürtel enger zu schnallen und auf finanzintensive Aktivitäten weitgehend zu verzichten. “Wir können nur an die ganze Branche appellieren, unsere wichtige Arbeit auch im eigenen Interesse in Zukunft vermehrt zu unterstützen”, erklärt Lombardi. “Gefordert sind dabei vor allem die Werbe­auftrag­geber, von denen leider viel zu wenige Mitglieder in unserem Verband sind.”Neu in den Vorstand gewählt wurde an der Mitgliederversammlung Alain D. Bandle als Vertreter der Medienanbieter. Er ersetzt Beat Röschlin nicht nur im Gremium von SW Schweizer Werbung, sondern auch als CEO der Publicitas. (pd)